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Eine der wichtigsten Erkenntnisse über die Ausbildung von Hunden: Unsere Schwierigkeiten mit der Konsequenz. Menschen haben durch ihre Sprachvielfalt mehr Differenzierungsmöglichkeiten, kennen auch das Entweder-oder, das Vielleicht, dass
Naja, das Fünfe-gerade-sein-lassen. Genau jene Schattierungen kennen Hunde nicht, übertrieben gesagt. Anders herum: Sie wollen Eindeutigkeit, sonst nehmen Sie sich, was sie kriegen können, unter anderem die Herrschaft.

Dies ist bei unterwürfigen Hunden, die auch nach dem Welpenalter leicht und locker zu "beherrschen" und damit auch zu führen sind, weniger das Problem. Devote Hunde sind leicht zu händeln, geradezu soldatenhaft gehorsam. Diensthundeführer brauchen solche Hunde. Wir nicht. Wir wollen einen selbstständigen, selbstsicheren Hund, der seinen Willen ausleben darf, und zwar in den Grenzen, die wir ihm setzen. Und genau hier fängt die Aufgabe an: Denn es liegt mehr Arbeit an mit einem dominanten Hund, wie es z.B. Herdenschutzhunde meist sind.

Ein schlauer, selbstbewusster Hund braucht eine eiserne Ordnung, sonst "erkämpft" er sich mit aller seiner nicht zu unterschätzenden Intelligenz seine Freiheiten, versucht mit aller Schläue, mehr für seine biologischen Eigennutz herauszuholen. Es muss lange nicht zur Bedrohung oder zu wirklich auffälligen Dominanzen kommen. Hundeaus-
bildung ist ein Prozess, kein Zustand. Und gerade eigenwillige Hunde lehren uns, was Konsequenz ist. Wehret den Anfängen, und - man möge vom ersten Tag an gleich Konsequenz üben. Im Fach "biologische Konsequenz" - aus überlebens-sicherndem Eigennutz - sind uns schlaue Tiere haushoch überlegen.

Nun wisst ihr, was wir mit Konsequenz meinen: Das A und O jeder Hundehaltung. Dazu gehört eine für den Hund sich deutlich unterscheidende Laut- und Körpersprache. Perfekte Hundeausbildung wie hundertprozentige Konsequenz wird es nie geben, aber sie anzustreben und sich dabei zu korrigieren lohnt sich. Da lernt man (wieder), sich durchzusetzen. Gleichgültige, "lasche" Menschen dagegen werden von einem willensstarken Hund konsequent vorgeführt. Anhaltend erfolgreich und tiergerecht arbeiten kann man nur mit dem Hund, nie gegen ihn.

jst