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Es mag lächerlich vorkommen, wenn wir als Trainer immer wieder sagen: Ihr selbst müsst mit dem Hund wieder das "ernsthafte" Spielen lernen. Den Spielen ist beim Hund nicht Herumalbern, sondern Lernen fürs Leben Doch ich weiss es aus eigener Erfahrung: Ich habe mich auch anfangs wie ein steifer Stock angestellt. Wie soll der Hund meine Spielaufforderung verstehen, wenn er gar nicht sehen und hören kann, dass das ein "Spiel" sein soll? Ich bewegte mich kaum, agierte nicht. Also konnte meine Labradorhündin nicht reagieren. Nur durch die Beobachtung eines anderen Trainers und durch Video habe ich gesehen, wie "deppert" ich herumstand. Ich musste also lernen, mich deutlich verständlich zu machen, was ich eigentlich von meinem Hund wollte. Meine Aktionen mussten ihm deutlich machen, was ich meinte. Bewegung war angesagt: In die Knie gehen, um ihm das Herkommen anziehend zu gestalten; mit den Händen anregend "fuchteln", damit er meine Sichtzeichen erkennen konnte; mich spielerisch "flüchtend" rückwärts zu bewegen, um ihm ein Nachfolgen zu erleichtern. Ich musste lernen, den "Affen" zu machen, zu schauspielern, "Theater" machen. Und siehe da! Meine Hündin reagierte viel verständlicher. Meine Labroador-Hündin hat von meinem Lernprozess profitiert.
Schauspieler übertreiben ja auch, um sich den Zuschauern deutlich zu machen. Gewiss, wir sind in den nordischen Temperaturbereichen auch keine heissen Gestikulateure, das hat man uns auch gehörig anerzogen. Doch ich weise den Altvorderen keine Erziehungsfehler vor. Mimik und Gestik sind leider verkümmert, doch sie sind erweiterte Kommunikationssignale. Wie anders ist es zu verstehen, dass wir uns auf Reisen mit wildfremden Leuten, deren Lautsprache wir nicht mal andeutungsweise verstehen, nun eben doch verständlich machen können, als mit den beliebten "Händen" und "Füssen"? Machen wir also für die spontanere Verständlichmachung den "Affen" für unsere Hunde. Sie danken es, weil sie uns endlich deutlicher verstehen.
Zur Praxis: Eine junge Frau hat beim ersten "Kooperativen Test" mit ihrem Mischling gezeigt, wie man aktiv mit dem Hund spielt. Sie warf nicht nur ein Stöckchen, um den Hund damit allein zu lassen ("Fang es und lass mich dann in Ruhe"), sondern sie war aktiv, band den Hund richtig beweglich ein in weitere Spielaktionen. Sie liess den Hund nicht mit dem einmaligen Spielauffordern allein. Schlicht: Die Frau agierte beispielhaft und nachahmenswert. Die Ansprache an unsere Hunde erweitert sich auch durch die Lautsprache. Gleichtönende Laute machen keinen Unterschied. Hunde hören nicht nur besser als Menschen, sie trennen auch viel feiner die Töne. Wie soll der Hund zwischen Gebot und Verbot unterscheiden können, wenn wir alles im gleichen, womöglich nuscheligen Gemümmel von uns geben? Hier würde natürlich Sprechunterricht helfen, aber so weit wollen wir nicht gehen. Es hilft uns (für andere Menschen ja auch) und dem Hund, wenn wir die Gebote angenehm und anregend betonen, also mit höherfrequenter Stimme, ohne schrill und panisch zu werden. Einfach freudig, wie der Hund es auch verstehen soll. Das Verbot ist ebenfalls akzentuiert auszusprechen, soll er es auch als Verbot "Nein" verstehen. Tiefer im Ton und prägnant, kurz und bündig.
Der grösste Fehler sind dann "moderierende" Zwischentöne. Das Geplapper zwischen den gerade eben eindeutigen Hörzeichen verwirrt den Hund, hebt für ihn quasi die Eindeutigkeit auf. Ich kenne mich nämlich auch: Das "Und jetzt!", "So, nun mach schon!", womöglich noch falsche Worte für die gewünschte Ausführung - all diese Fehler machte ich auch. Mein Hund machte auch, was er meinte, das es das Richtige sei. Oder auch nicht. Die Folge kennen wir: Er tut erst mal nichts, oder reagiert verwirrt. Der Hund handelt wieder biologisch und macht fortan, was er für richtig hält. Nur Hunde, die schon lange bei ihrem Halter sind, lernen sogar, dessen Macken zu tolerieren und filtern dank Gewohnheit und Erfahrung heraus, was Herrchen oder Frauchen eigentlich gemeint haben wollte.
Im Grunde übertragen wir unsere Unsicherheit, Nervosität, Stimmungen, falsche Nachsicht und falsches Verständnis auf den Hund. Wie soll er da uns verstehen?
Betont also auch hier, wie es gemeint war: Freudig oder korrigierend streng. Euer Hund hört auch diese Unterschiede schneller heraus. Und verhunzt es euch nicht, wenn ihr zwischen den klaren Anordnungen ihn wieder zuquatscht. Seid ehrlich, wir kennen das doch noch aus der Kindheit: Dauernde Anordnungen, Ermahnungen der Eltern machten uns "taub". Die Ohren wurden auf Durchzug gestellt.
Tun wir es ihnen für unseren Hund nach. Seine Reaktionen bestätigen unseren Erfolg. Es gibt keine bessere Überzeugung als Ehrlichkeit und Deutlichkeit. Wenigstens für Tiere. Verwechselt nicht das Lob zum richtigen Anlass und richtigen Zeitpunkt, mit überschwenglichem Verknuddeln. Denn dies versteht der Hund als Spielaufforderung. Schweigen ist stupide Arbeit. Eure Körper- und Lautsprache entscheidet über seine Motivation. Ihr startet und beendet ein Spiel.
Nicht jeder Hund spielt wie der andere. Manche sind das Gegenteil eines spielfreudigen Typs: Hetz- oder Herdenschutzhunde zum Beispiel. Je nach Temperament und Rasse müssen Spiele ausgesucht und dosiert werden.
jjst
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